Wanderweekend 2017

Am Freitag Mittag lies eine gemütliche Gruppe von 40 Personen das regnerisch-neblige Zürich hinter sich und gesellte sich mit Sack und Pack in den Zug Richtung Süden. Auf der anderen Seite des Gotthards passte sich dann auch das Wetter der Stimmung an. Uns empfing ein Bilderbuchherbsttag. Sonne, Wärme, ein wolkenloser blauer Himmel und farbige Wälder. Am Zielbahnhof Mendrisio machte sich die Küchencheffin und Gefolge auf um die Migros von ihrer Mehl- und Hefe-Fülle zu befreien. Nach erfolgreicher Plünderung und Verteilung der Lasten auf fleissige Sherpas machten wir uns an den Aufstieg. Vorbei an mediterraner Architektur, einer schmucken Dorfkirche und Weinreben schleppten wir uns auf die Hügel Mendrisios. Letzte Blicke schweiften über das Städtchen und die Rebenhügel bevor man in den Wald verschwand. Das Gemetzel mit den Kastanien war eröffnet. Die Musen des Herbstes lagen im Überfluss auf unserem Pfad. So dass die Epidermis fleissiger Fingerchen von wiederum fleissigen Stacheln sanft durchbohrt wurde. Die paar Stiche hielten die guten Jäger und Sammler jedoch nicht von der Sammlerei ab. Weit weg vom Gerummel und Lärm der Stadt erreichten wir ein kleines 5-Seelen Dörfchen, welches ganz unverhofft auch unsere 4 Wände enthielt. Der Geruch von köchelndem Risotto drang aus der Küche und schon bald schlangen hungrige Mäuler die Köstlichkeit hinunter. Nebst den gelöffelten Schoko-Bananen ging es später bei Feuer und Trank auch den gesammelten Kastanien an den Kragen. Wer bis dahin noch keine offenen Finger von den Kastanienschalen hatte, jasste sich diese spätestens jetzt wund. Nur die Küchenfeen kannten keine Ruhe. Endlich machte sich das jahrelange Discopumpen bezahlt. Und so kneteten und backten sie wie die Wilden das Brot für den nächsten Morgen (bescheidene 15 kg Mehl!). 

Am Samstag stand die Erklimmung des Monte Generosos an. Wie es sich für einen ordentlichen Ausflug in der «Fremde» gehört, hat auch der Vial auf Locals gesetzt und somit führte uns Ehren-Vial-Mitglied Scheggia durch die wunderschöne Landschaft. Goldgelbe Blätter und ein blauer Himmel spiegelten sich in so manch edlen Schweisstropfen, die von der einen oder anderen Stirn kullerten. Doch die erklungenen Höhenmeter machten sich bezahlt. Die Ausblicke in alle 4 Himmelsrichtungen waren Belohnung genug.
Doch langsam machte sich Ungeduld breit. Denn die Mägen fingen an zu knurren. Zeit für eine ausgiebige Mittagspause mit Siesta. So assen und dösten wir in der Sonne und bei einem königlichen Blick über die Ebene Italiens gemütlich vor uns hin.
Der Abstieg und Rückweg wurde vom fröhlichen Trällern gewisser Teilnehmer unterstützt. Und so stapften alle munter zurück zum Lagerhaus in Cragno. Bevor jedoch der erbitterte Kampf um die Duschen losgehen konnte, genossen die Erstankömmlinge eine Pause vor verschlossener Türe. Der Schlüssel befand sich innerhalb einer besonders gerissenen Gruppe, welche eine geniale Abkürzung gefunden zu meinen schien. Zumindest entlockte ihr herzhaftes Gejohle dem Walde ein Gämslein, womit wir das mit der Fauna auch abgedeckt hätten.

Zur Krönung des Tages schleppten wir uns ein weiteres Mal in die Höhe um dort in einem traditionellen Restaurant lokale Vorspeisen und Pizzocheri zu geniessen. Unser Guide wurde als Halbgott erklärt und nebst regionalen Speisen wurden auch andere lokale Spezialitäten beworben. Man munkelt der Sohn des Hauses sei nun nicht mehr auf der Suche.. Gesättigt und mit dem einen oder anderen Glas Wein intus gingen Beinahe-Schwiegertöchter und der Rest zurück zum Lagerhaus, wo bis in die frühen Morgenstunden heitere Stimmung herrschte.  

Verluste gibt es über das ganze Wochenende keine zu verzeichnen. Abgesehen von Blasen, Sonnenbrand und ähnlichem gab es schlussendlich nur ein einziges Hinkebein, welches sich jedoch mit Tapferkeit und Grazie durch die Strapazen biss.

Wir bedanken uns für eure Teilnahme und freuen uns aufs Skiweekend!